Scheidung von A bis Z

Fragen und Antworten rund um die Scheidung
Categories: Familienrecht, Ratgeber

FAQ zum Scheidungsrecht

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Neben Gefühlen wirft die Ehescheidung auch gerade viele rechtliche Fragen auf. Am besten wendet man sich mit diesen an einen kompetenten und erfahrenen Anwalt, der einem durch die Ehescheidung begleitet und auch bei Unterhaltsfragen oder sonstigen Schwierigkeiten bestmöglich weiterhilft. Als Fachanwalt für Familienrecht ist Rechtsanwalt Peter-Axel Hummelmann der richtige Ansprechpartner bei einer Scheidung. Jedoch gibt es auch grundsätzliche Fragen, die einem Scheidungsanwalt immer wieder gestellt werden. Um einen kurzen Überblick über das Thema zu erhalten, möchten wir uns mit diesem Blogbeitrag von A bis Z mit den häufigsten Fragen zu Ehescheidungen befassen.



Inhaltsverzeichnis:


Wie läuft eine Scheidung ab?

Der Scheidungsablauf kurz erklärt:

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  • Trennungsjahr vollziehen
  • Scheidungsantrag durch Anwalt einreichen
  • Klärung von Rentenansprüchen
  • Scheidungsverhandlung vor einem Familienrichter
  • Rechtskräftige Scheidung einen Monat nach Urteilsverkündung

Das noch verheiratete Paar muss ein Trennungsjahr vollziehen und kurz vor Ende des Zeitraumes muss eine Partei durch einen Anwalt einen Scheidungsantrag beim zuständigen Familiengericht im Amtsgericht einreichen. Mit der offiziellen Zustellung an den Ehegatten / die Ehegattin durch das Gericht beginnt das Scheidungsverfahren. Sollten vorab keine entsprechenden Regelungen getroffen worden sein, bekommen die Eheleute Formulare zugesandt, in denen sie Auskunft über voraussichtliche Rentenansprüche mitteilen sollen. Anschließend wird für beide Parteien ein Rentenversicherungslauf von der zuständigen Rentenversicherungsanstalt erstellt. Sind diese Informationen gesammelt, legt das Gericht den eigentlichen Scheidungstermin fest. Danach folgt die Verhandlung vor einem Familienrichter, der die Scheidung vollzieht. Einen Monat nach dieser Gerichtsverhandlung wird das Urteil rechtskräftig und die Eheleute sind offiziell geschieden.

Wie hoch sind Scheidungskosten?

Übersicht über die Kosten einer Scheidung:

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Eine Scheidung ist wahnsinnig teuer, hört man oft in Gesprächen, wenn es um die Kostenthematik geht. Doch ist das wirklich so? Eine Ehescheidung an sich, verursacht Gerichts- und Anwaltskosten. Diese wiederum berechnen sich nach dem sogenannten Streitwert des Verfahrens worin das Nettoeinkommen beider Ehegatten, Vermögen und Kinder einberechnet werden. Einen kleinen Überblick über die Anwaltskosten und Gerichtskosten bei einer Scheidung können Sie im folgenden Smart-Rechner generieren.

Unterhaltsstreitigkeiten, Unterhaltszahlungen und vieles weitere sind eigene Verfahren und deshalb nicht inbegriffen.

Zahlt der Mann oder die Frau die Scheidungskosten?

Fragestellung:

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Die Gerichtskosten werden unter den Geschiedenen aufgeteilt. Die Kosten für den Rechtsanwalt bezahlt derjenige, der den Anwalt beauftragt hat. Hier kann vorab beschlossen werden, dass bei einer einvernehmlichen Scheidung auch diese Kosten geteilt werden. Kommt es zu einem Streit, bei welchem jede Partei einen Rechtsbeistand zur Seite hat, ist auch jeder für die Kosten seines Anwalts zuständig.

Ab wann beginnt das Trennungsjahr?

Trennungsjahr vor der Scheidung:

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Die Trennung beginnt dann, wenn sich die Ehepartner zur Trennung entschieden haben. Für den Nachweis des Trennungsjahres ist es wichtig, dass kein gemeinsamer Haushalt mehr geführt wird. „Tisch und Bett“ darf nicht mehr geteilt werden. Das geht zwar auch unter einem Dach, wenn ein räumlich getrennter Bereich vorliegt, jedoch darf auch hier kein gemeinsames Leben mehr geführt werden, was bereits bei der Haushaltskasse beginnt.

Wie lange dauert eine Scheidungsverhandlung?

Dauer einer Scheidungsverhandlung:

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Sind sich die Eheleute über entscheidende Fragen wie Kindesunterhalt, Sorgerecht, Umgangsrecht, Ehegattenunterhalt, Vermögen, Verteilung des Hausrats und eheliche Wohnung einig, dauert ein Scheidungsverfahren vor einem Familiengericht etwa 15 Minuten.

Was fragt der Richter bei einer Scheidungsverhandlung?

Gegenstand einer Scheidungsverhandlung:

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Die Dauer des Getrenntlebens (Trennungsjahr) sowie die Frage, ob die Ehe tatsächlich gescheitert ist, stehen bei einer Scheidungsverhandlung im Vordergrund. Der Grund des Scheiterns ist nicht Thema in einem solchen Prozess.

Kann ich eine Ehe annullieren lassen?

Ehe rückgängig machen:

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Sobald die Ehe vor einem Standesbeamten geschlossen wurde und die Eheurkunde unterschrieben ist, ist die Ehe rechtskräftig. Eine Annullierung einer rechtskräftig geschlossenen Ehe ist in Deutschland nicht möglich. Hierbei spielt auch die Dauer der Ehe keine Rolle und sie kann nur durch eine Scheidung beendet werden.

Ausnahmen bestätigen bekanntermaßen die Regel: Handelt es sich um eine Scheinehe, so kann die Ehe annulliert werden.

Was ist eine Scheinehe?

Was in Deutschland als Scheinehe gilt:

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Juristisch gesprochen gilt als Scheinehe, wenn die Ehe nicht aus dem Zweck der Bildung einer ehelichen Beistands- und Lebensgemeinschaft geschlossen wurde, sondern ausschließlich aus Gründen, bei denen einer der Partner, beide oder Dritte einen rechtlichen Vorteil aus der Eheschließung ziehen.

Beispiele sind etwa Ehen, die aus dem bloßen Grund geschlossen werden, damit jemand dauerhaft in Deutschland bleiben kann.

Muss man einer Scheidung zustimmen?

Einverständnis für die Scheidung:

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Nicht alle Ehen werden einvernehmlich geschlossen. Reicht ein Partner einen Scheidungsantrag bei Gericht ein, muss man diesem nicht zustimmen und kann ihn auch ablehnen. Anschließend muss der Antragsteller beweisen, dass die Ehe gescheitert ist.

Erlangen Familienrecht

Was ist ein Scheidungsverbund?

Scheidungsverbund kurz erklärt:

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Grundsätzlich entscheidet das Familiengericht beim Scheidungstermin nur über die Scheidung selbst sowie über den Versorgungsausgleich. Entscheidungen beispielsweise über Sorgerecht, Unterhalt und Umgangsrecht sind nicht von Amts wegen nicht inbegriffen.

Über den Rechtsanwalt können Sie bei Gericht entsprechende Anträge stellen, um auch hierfür Entscheidungen einzubeziehen. Diesen Ablauf nennt man Scheidungsverbund. Gegenstand dessen kann sein:

  • Sorgerecht für minderjährige Kinder
  • Umgangsrecht
  • Kindesunterhalt
  • Ehegattenunterhalt
  • Zugewinnausgleich
  • Regelungen über Ehewohnung und Hausrat

Was ist der Versorgungsausgleich?

Versorgungsausgleich kurz erklärt:

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Der Versorgungsausgleich ist Teil jedes Scheidungsverfahren. Bereits vor der Verhandlung bekommen die Eheleute Formulare über die Rentenansprüche zur Erledigung zugesandt. Hierbei geht es darum einen Ausgleich über die während der Ehezeit erworbenen Ansprüche zu regeln. Nur durch einen notariellen Ehevertrag, eine Scheidungsfolgenvereinbarung oder eine gerichtliche Vereinbarung kann der Versorgungsaugleich ausgeschlossen werden.

Wer bekommt bei einer Scheidung das Sorgerecht?

Sorgerechtsfragen bei Ehescheidung:

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Kinder leiden bekanntlich bei einer Scheidung am meisten. Werden Ehen mit Kindern geschieden, stellt sich selbstverständlich auch die Frage nach Umgang und Sorgerecht – nicht immer sind die Eltern hierbei einer Meinung.

Zunächst einmal die Voraussetzungen. Bei Kindern, die während der Ehe geboren werden, teilen sich beide Ehegatten in der Regel das Sorgerecht (gemeinsames Sorgerecht). Das Sorgerecht bei nichtehelichen Kindern liegt zunächst bei der Mutter. Hierbei bedarf es einer Erklärung der Mutter beim Jugendamt über die gemeinsame Sorge, damit auch dem Vater ein Anteil am Sorgerecht zugesprochen wird.

Der Status des Sorgerechts bleibt bei einer Scheidung unberührt, wenn keiner der Ehepartner hierbei Anträge einreicht. Auf Antrag kann das Gericht bei einer Scheidungsverhandlung das Sorgerecht auf einen Elternteil alleine übertragen oder auch ein gemeinsames Sorgerecht aussprechen.

Was ist der Unterschied zwischen Sorgerecht und Umgangsrecht?

Den Unterschied kurz erklärt:

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Das Sorgerecht hat die angemessene Versorgung des Kindes (Obdach, Ernährung, Kleidung usw.) zu gewährleisten. Der Sorgeberechtigte steht in der Pflicht, diese Dinge für das Kind bereitzustellen. Doch auch die Rechte über Entscheidungen (z. B. Entscheidungen zur weiterführenden Schule, Umzug in ein anderes Land) obliegen dem Sorgeberechtigten.

Das Umgangsrecht bezieht sich hingegen nur auf den direkten Umgang mit dem Kind.

Wer muss nach einer Scheidung Kindesunterhalt bezahlen?

Kindsunterhalt nach der Scheidung:

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Solange nicht anders geregelt kommt der Elternteil, bei dem das Kind wohnt, für den Betreuungsunterhalt auf und der andere Elternteil für den Barunterhalt.

Der Betreuungsunterhalt regelt die Erziehung und Betreuung des Kindes, der Barunterhalt besteht aus Zahlungen von Geld. Die Höhe des Kindesunterhalts berechnet sich nach der Düsseldorfer Tabelle.

Wem steht Trennungsunterhalt zu?

Trennungsunterhalt im Trennungsjahr:

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Der Gesetzgeber sieht die finanzielle und materielle Versorgung beider Partner während der Trennung (bis zur Scheidung) vor. Der Anspruch auf Trennungsunterhalt beginnt mit der Auflösung der häuslichen Gemeinschaft. Der wirtschaftlich schlechter gestellte Ehepartner kann diesen in Anspruch nehmen, wenn dabei nicht die Selbstbehaltsgrenzen (aktuell rund 1.100 Euro) vom Noch-Ehepartner unterschritten wird. Der Trennungsunterhalt greift bis zur Rechtskraft der Scheidung. Anschließend kann in besonderen Fällen ein nachehelicher Unterhalt beim Familiengericht beantragt werden.

Unterhalt nach der Ehe?

Der Ehegatten-Unterhalt:

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Nach einer Scheidung sollte grundsätzlich jede Partei für seinen Lebensunterhalt selbst aufkommen. In besonderen Fällen kommt jedoch auch ein nachehelicher Unterhalt in Betracht, so etwa bei Betreuung gemeinsamer Kinder oder wegen Alters, Krankheit oder Gebrechen. Auch ein Erwerbslosenunterhalt, Aufstockungsunterhalt, Ausbildungsunterhalt oder Unterhalt aus Billigkeitsgründen kann möglich sein.

Kann ich eine Scheidung zurückziehen?

Versöhnung im Trennungsjahr:

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Solange noch keine rechtskräftige Scheidung durch das Familiengericht vollzogen ist, kann der Antragssteller seinen Scheidungsantrag jederzeit zurückziehen.

Kann ich eine Scheidung annullieren?

Gibt es nach der Scheidung ein zurück:

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Ebenso wenig wie man eine rechtskräftige Ehe annullieren kann, kann man eine rechtskräftige Scheidung rückgängig machen. Einer erneuten Hochzeit mit Eheschließung vor einem Standesamt steht hingegen nichts im Weg.


Scheidungsanwalt in Erlangen

Beratung und Vertreung im Scheidungsrecht:

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Sie haben konkrete Fragen zum Scheidungsrecht, Unterhaltsrecht oder Sorgerecht? Sie brauchen eine kompetente Beratung und Vertretung im Familienrecht? Dann nehmen Sie Kontakt zu unserer Anwaltskanzlei in Erlangen auf. Wir stehen an Ihrer Seite!


Scheidung von A bis Z Zuletzt aktualisiert: 01.07.2020 von Anwaltskanzlei Hummelmann, von Pierer & Kollegen
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