Kindergeld und Wechselmodell

Kindergeld Wechselmodell
Categories: Familienrecht

Wenn sich Eltern trennen, muss unter anderem auch die Betreuungszeiten und der Kindesunterhalt geregelt werden. Das sogenannte Wechselmodell kann hierbei eine Form des Umgangs sein. Das bedeutet, dass die Eltern die Kinder gleichberechtigt, etwa je zur H├Ąlfte der Zeit, betreuen.

Unter Eltern, die nach der Trennung ein sogenanntes parit├Ątisches Wechselmodell (auch Doppelresidenzmodell genannt) im Rahmen der elterlichen Sorge vereinbart haben, besteht oftmals ein Streit f├╝r den Bezug des Kindergelds.

K├Ânnen sich die Eltern nicht einigen, so kann ein gerichtlicher Antrag gestellt werden. ├ľrtlich zust├Ąndig ist das Familiengericht (┬ž 231 Abs, 2 S. 1 FamFG). Das Familiengericht bestimmt dann nach pflichtgem├Ą├čem Ermessen, welcher Elternteil bezugsberechtigt ist. Grunds├Ątzlich hat sich das pflichtgem├Ą├če Ermessen am Kindeswohl zu orientieren.

Als weiteres Kriterium ist auf den Kontinuit├Ątsgrundsatz abzustellen (KG, Beschluss vom 29.08.2019 – 13 WF 69/19, FamRB 2019, 430 ff.). Dabei ist nach der vorzitierten Entscheidung des Kammergerichts Berlin zu ber├╝cksichtigen, welcher Elternteil bisher das Kindergeld bezogen hat.

Daher wird wohl in den meisten F├Ąllen der bisher Bezugsberechtigte (vorbehaltlich nat├╝rlich einer genauen rechtlichen ├ťberpr├╝fung des individuellen Sachverhalts) mehr Chancen haben das Kindergeld (weiter) zu beziehen, als der Elternteil, der den Bezug zwar auch begehrt, bisher aber nicht bezogen hat.

 

November 12, 2019
RA Peter-Axel Hummelmann

Kindergeld und Wechselmodell Zuletzt aktualisiert: 12.11.2019 von Anwaltskanzlei Hummelmann, von Pierer & Kollegen